Archiv der Kategorie 'Antifascism'

Burschis kicken

Einladungstext vom Anarchistischen Infocafé:

Vom 29. Februar bis zum 02. März 2008 findet in Berlin eine Verbandstagung der völkischen Deutschen Burschenschaft statt. Zu der Veranstaltung unter dem Motto: „Das Selbstverständnis der Deutschen Burschenschaft“ werden einige hundert Korporationsstudenten erwartet.

Als größter und politisch einflußreichster Dachverband studentischer Verbindungen steht die DB für ein konservatives bis neofaschistisches Spektrum. Die in der DB organisierten Männer sind meist nicht die kahlrasierten, Springerstiefel tragenden und rumpöbelnden Nazihorden. Innerhalb der DB findet sich aber eine ähnliche, wenn nicht gar deckungsgleiche Ideologie wie bei Nazibanden.

Neben einem ausgeprägten Nationalismus, Rassismus und Militarismus ist die DB sexistisch und hat einen elitären Charakter. In führenden Funktionen der DB finden sich meist Vertreter der Burschenschaftlichen
Gemeinschaft, eine rechtsradikale Fraktion innerhalb der DB. Immer wieder werden sogenannte Einzellfälle bekannt, bei welchen Neonazis gemeinsame Veranstaltungen mit Burschenschaften durchführten oder selbst Verbindungsstudenten sind.

Ein gutes Beispiel für eine rechtsradikal stark durchsetzte Burschenschaft ist die “Burschenschaft Danubia München“. Aus ihren Reihen kamen zwei Vorsitzende des „Nationaldemokratischen Hochschulbundes“ (NHB), Lutz Kuche (1971-73) und Uwe Sauermann (1975-76). Unter Beteiligung der „Danuben“ Hans-Ulrich Kopp und Alexander Wolf wurde 1989 der “Republikanische Hochschulverband“ gegründet. “Danube“ Sascha Jung wirkte in den 1990er Jahren an der Reorganisation des völkischen Hofgeismarer Kreises in der SPD mit. Mitglieder der Danubia bauten die rechtsradikale Zeitung “Junge Freiheit“ mit auf (Frank Butschbacher, Thomas Clement, Hans-Ulrich Kopp, Michael Paulwitz), waren Redaktionsmitglied der REP-Parteizeitung „Der Republikaner“ (Michael Paulwitz) oder Redakteur von “Nation & Europa“ (Karl Richter, später Chefredakteur von Opposition). Im Jahr 2001 geriet die Danubia unter Druck, weil in ihrem Haus ein polizeilich gesuchter neonazistischer Schläger versteckt wurde.

Veranstaltung zu Burschenschaften mit aktuellen Infos zur Mobilisierung gegen die DB-Verbandstagung | Montag 25.02. ab 20 Uhr im Rahmen des Anarchistischen Infocafés im NewYorck59 (Ostflügel vom Bethanien)

Freiheit für Andrea – Demo am 8.3.

Seit dem 1. Dezember 2007 sitzt unsere Genossin und Freundin Andrea im Knast. Sie hatte den Haftantritt für eine mehrmonatige Haftstrafe verweigert, weshalb LKA-Beamte sie am 1. Dezember während der Proteste gegen einen Naziaufmarsch in Berlin-Rudow verhafteten.

Die ihr vorgeworfenen Delikte klingen lapidar, scheinen für die Staatsanwaltschaft aber eine nunmehr 14monatige Haftstrafe zu rechtfertigen. Angelastet wird ihr das Mitführen eines Pfeffersprays bei den Aktionen gegen das SS-Gebirgsjäger-Treffen im bayrischen Mittenwald, der Besitz von Eiern, die sie während einer Antifa-Aktion bei sich trug oder wegen Vermummung während eines Naziaufmarsches in Berlin-Tegel, Schwarzfahren oder die Besetzung der Ausländer_Innenbehörde Lichtenberg und eines Hauses in Friedrichshain. Nach der Verlegung von Andrea in die Frauen-JVA Pankow wurde sie hier gleich als „Gesinnungstäterin“ begrüßt und ihr wurde versichert, dass „man mit ihr schon fertig werden wird“. Ihre Inhaftierung im Allgemeinen und diesen Versuch der Einschüchterung im Speziellen sehen wir als willkommene Einladung bei Andrea vorbeizuschauen. Darum werden wir ihr am 8. März auch gleich mit einer ganzen Demo einen Knastbesuch abstatten.

Dass wir ausgerechnet am 8. März vor den Frauenknast Pankow ziehen, ist kein Zufall. Wir wollen den internationalen Frauenkampftag nutzen, um unsere Kritik an einer durch und durch patriarchalen Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen. Dass wir im „zivilisierten“ Mitteleuropa nur in scheinbarer Gleichberechtigung leben, sollte den meisten klar sein. Schönheitsdogmen, Benachteiligung, Vergewaltigungen, widerwärtige Sprüche, Ausgrenzung… wer als Frau in dieser Gesellschaft groß wird, muss einiges ertragen. Jene Verhältnisse spiegeln sich auch in den Frauenknästen wieder. Durch Sozialisation und Erziehung kümmern sich die meisten Frauen oft mehr um andere Menschen, bekommen dies aber nicht im gleichen Maße zurück. Im Knast sind die Folgen dessen besonders fatal. Frauen erhalten wesentlich weniger Rückhalt und Unterstützung von draußen als männliche Gefangene. Viele Frauen haben beispielsweise durch Ehe(ähnliche)verhältnisse sowie die Doppelbelastung als Mutter und Erwerbstätige nicht immer die Möglichkeit und die Zeit, ein
aktives Umfeld über lange Zeit aufrecht zu erhalten. Dies verschärft die persönliche Isolation der inhaftierten Frauen nur noch mehr. In besonderer Weise trifft dies die vielen migrantischen Gefangenen in der Pankower Frauen-JVA. Sie müssen meist ohne die Unterstützung eines Lebenspartners oder ihrer Familie auskommen, da sich ihre Familien meist noch in ihren Herkunftsländern befinden. Für viele dieser Frauen ist die Inhaftierung im Frauenknast einer der ersten Schritte vor der Verlegung in die Abschiebehaft und somit direkter Bestandteil rassistischer Asylpolitik. Erst Anfang Januar wurde eine hochschwangere Brasilianerin in den Frauenknast Pankow gesperrt, wo ihr nun die Abschiebung droht. Die gesellschaftlichen Zustände in den jeweiligen Herkunftsländern, wie Krieg oder sexuelle Folter, spielen für die deutsche Abschiebemaschinerie dabei keine Rolle.

Wir möchten unseren Würgreflex gegenüber jenem alltäglichen Wahnsinn nicht länger unterdrücken, wenn es doch um so vieles schöner ist, den gesellschaftlichen Verhältnissen einfach mal gekonnt vor die Füße zu kotzen. Wir fordern die Freilassung von Andrea und des ebenfalls inhaftierten Berliner Antifa Christian sowie Freiheit für alle linken und sozialen Gefangenen! Wir haben keinen Bock auf die Scheiße die hier läuft! Wir haben keinen Bock mehr auf Nazis und Sexismus sowie auf Knäste, Abschiebelager und Zwangsanstalten jeder Art. Das Gleiche gilt auch für Bullen, Richter und andere Autoritätsfanatiker. Weg damit – meinen wir! Und weil wir gerade dabei sind und uns die Bekämpfung von Symptomen nicht ausreicht, entsorgen wir den Kapitalismus gleich mit. Seid also am 8. März dabei, wenn es heißt:

Gegen Patriarchat und Repression!
Holt die Antifaschist_Innen aus dem Knast!
Alle Knäste und Zwangsanstalten zu Baulücken!

via http://freeandrea.de.vu

Abschiebeknäste zu Baulücken

Antirassistische Kampagne zum 15. Jahrestag der Abschaffung des Grundrechts auf Asyl

Aufruf:

Wir rufen jede und jeden dazu auf, gegen die sexistischen und rassistischen Gewaltverhältnisse zu demonstrieren, laut, entschlossen und phantasievoll.

- Weg mit dem Frauenabschiebeknast in Neuss!
- Abschiebung bedeutet Folter und Mord!
- Anerkennung geschlechtsspezifischer Fluchtursachen als Asylgrund!
- Arbeits-, Gesundheits- und soziale Rechte für alle
- Jede und Jeder hat das Recht, dort zu leben wo sie/er es will!
- Kein Mensch ist illegal!
- Kampf dem sexistischen und rassistischen Normalzustand!

25. November: Internationaler Frauenaktionstag gegen Gewalt gegen Frauen
An diesem Tag wurden drei Frauen in der Dominikanischen Republik vergewaltigt und ermordet. Diktator Trujillo ließ sie 1960 von Militärs verschleppen, vergewaltigen und töten, als sie politische Gefangene besuchen wollten. 1982 erklärten zuerst lateinamerikanische Frauen diesen Tag zum internationalen Kampftag. [mehr]

via http://infoportal.blogsport.de

Nazi and Anti-Nazi demonstration in Prague

Videodocumentation from czech media (via http://blokada.antifa.cz):
http://www.ceskatelevize.cz
http://www.iprima.cz/tvarchiframe/video/?video=15434
http://video.respekt.cz/Pod-palbou.html
http://aktualne.centrum.cz/video/?id=113297

Weiter Links auch zu deutschen Medien finden sich bei http://aftershow.blogsport.de

Tausende GegendemonstrantInnen verhindern Naziaufmarsch durch Jüdisches Viertel +++ Mehr als 1000 GegendemonstrantInnen +++ Rund 400 Nazis +++ Ausseinandersetzungen zwischen Nazis und Antifas

via indymedia

[Sämtliche Infos, sowie Fotos und Zahlen sind aus unterschiedlichsten Zusammenhängen zusammengetragen worden – ich bitte um Inhaltliche Korrekturen, Übersetzungsfehler sind nicht ausgeschlossen]

Rund 400 Nazis versuchten heute durch das Jüdische Viertel in Prag zu marschieren, laut ihnen seie es an der Zeit dass Menschen Jüdischen Glaubens wieder „Schwarz-Weiß-Rote“ Flaggen. Mehr als 1500 Polizisten versuchten mit diesem enormen Aufgebot den Aumarsch der Tschechischen (und Deutschen) Nazis durchzusetzen.

Zuvor war der Aufmarsch von der Stadtverwaltung untersagt worden, dennoch kippten die Gerichte das Verbot – von Antifaschistischer Seite wurde auf www.blokada.antifa.cz mehrsprachig zu den Gegenaktivitäten mobilisiert, nach 1938 – und 2003 – sollte es keinen weiteren Aufmarschversuch in Prag geben. Auch aus Deutschland waren Nazis nach Prag unterwegs, rund drei deutsche Busse sollen von der Polizei gestoppt worden sein. Als Zeichen der Solidarität mit den Menschen im jüdischen Viertel trugen Zahlreiche Menschen in Prag Gelbe Sterne auf der Kleidung, mit denen die deutschen Faschisten vor rund 60 Jahren Juden als solche kennzeichneten.

Insgesamt gab es mehr als 30 Festnahmen, bei den meisten soll es sich um Nazis handeln, es kam zu Zusammenstössen zwischen Polizei und Nazis, sowie Polizisten und Gegendemonstranten, die Polizei setzte Sound-Bomben ein und errichtete Zäune um Zusammenstösse zu verhindern, diese Strategie ging nicht auf. Bei den festgenommenen Nazis wurden unter anderem Gaspistolen und Äxte sichergestellt, zumindest Formal wollten sie „gegen den Irak Krieg“ demonstrieren.

Insgesamt waren laut der Polizei 1000 – laut den Organisatoren mehr als 2000 Gegendemonstranten unterwegs, davon sollten ebenfalls rund 1000 „Linksextreme“ Gegendemonstranten in Prag Aktiv gewesen sein. Nachdem der Naziaufmarsch gestoppt wurde splitteten sich die (laut Polizei 300-400) Nazis in Gruppen von jeweils etwa 30-40 Menschen auf und lieferten sich Ausseinandersetzungen mit autonomen Antifaschisten, es kam zu Verletzten und Transporten in Krankenhäuser. Zahlreiche Geschäfte im Jüdischen Viertel blieben heute geschlossen, dies scheint eine Sache des Images zu sein, nachempfunden dem deutschen „Wenn Niemand schaut sind sie auch nicht da“, passivität und Ignorieren, dennoch kam es zu zahlreichen Gegenaktivitäten.

Besonders hervorzuheben ist ein Vorfall in den Straßen Prags als ein Nazi mit einer Gaspistole in die Masse schoss, ein_E Antifaschist_In wurde hierbei leicht verletzt, hierbei eskalierte die Situation völlig, autonome Antifaschisten griffen die Nazis an und es kam zu Verletzten (auf der Seite der Nazis). Nach 10 Minuten trennte die Polizei die beiden Gruppen.

Nazi-Demo in Prag am 10.11.2007

http://blokada.antifa.cz/deutsch.php

Aufruf antifaschistischer Gruppen aus Prag:

Antisemiten stoppen! Überall!

Für den 10. November planen die “Jungen Nationalen Demokraten” (Mladí Národní Demokraté) einen Aufmarsch durch das jüdische Viertel in Prag. In ihrem Aufruf betonen die Nazis, dass der Marsch auch entlang der Synagoge gehen soll und es an der Zeit sei, “dass die Rabbiner wieder “schwarz-weiß-rote” Fahnen sehen.” (Diese Fahnen werden in der Tschechischen Republik weitgehend als Fahnen des Nationalsozialismus verstanden.) Auch deutsche Nazis aus dem Umfeld der Freien Kräfte in Sachsen und Thüringen äußerten schon, daran teilnehmen zu wollen.

Die “Jungen Nationalen Demokraten” sind organisatorisch als Teil des “Narodni Odpor” (NO, Nationaler Widerstand) zu verstehen. Dieser stellt die bedeutsamste Organisation im parteifreien Spektrum tschechischer Nazis dar. Zudem gilt er als Nachfolgeorganisation der tschechischen Sektion des internationalen “Blood&Honour” Netzwerkes. Immer wieder tritt der “Nardoni Odpor” durch aggressive antisemitische Hetze hervor. So verschickten sie am internationalen Holocaustgedenktag 2006 einen “offenen Brief” an ihre “lieben Freunde in der Islamischen Republik Iran”. In diesem Schreiben wird der Staat Iran verherrlicht, seine “Führung” als erleuchtet bezeichnet und über den “kriminellen Staat Israel” gehetzt. Die Leugnung des Holocausts und damit auch die Solidarisierung mit anderen internationalen Holocaustleugnern ist integraler Bestandteil der Aktivitäten des NO.

Die Zusammenarbeit der deutschen und tschechischen Nazibewegung ist traditionell gut. Der Besuch sächsischer Nazis bei Konzerten, jenseits der Grenze, gehört zu einem festen Bestandteil des rechten Lifestyles. Die inzwischen verbotene Organisation “SSS” (Skinheads Sächsische Schweiz) soll zur Ausbildung an vollautomatischen Waffen im Nachbarland zu Gast gewesen sein. Aber auch die Kameraden aus der tschechischen Republik geben sich zu bestimmten Terminen in der BRD ein Stelldichein. Ob bei Nazi-Demonstrationen in Wunsiedel, Dresden, Halbe oder Jena – VertreterInnen des “Narodni Odpor” fehlen dabei nie. So waren beim Fest der Völker in Jena 2007 etwa 120 tschechische Nazis anwesend.?
In Prag formiert sich in vielen Spektren inzwischen Widerstand gegen die geplante Nazi-Demonstration. Die Jüdische Gemeinde Prag und andere zivilgesellschaftliche Gruppen kündigten Gegenaktivitäten an und fordern ein Verbot des Naziaufmarsches. Prager AntifaschistInnen rufen zu einer Blockade auf.

Auch wir werden nicht hinnehmen, dass Nazis, gleich ob aus der Tschechischen Republik oder aus Deutschland, marschieren. Darum rufen wir dazu auf, zahlreich nach Prag zu fahren um deutlich zu zeigen, was wir von Antisemitismus halten. Es kann nur darum gehen, den Aufmarsch mit allen Mitteln zu verhindern. Kein Fußbreit den Antisemiten! Weder in Prag noch anderswo!?
Einen Tag vor der geplanten Nazidemonstration jährt sich der Gedenktag für die Reichspogromnacht. Daher rufen wir nicht nur dazu auf, die Nazis zu stoppen. Wir rufen auch dazu auf, an diesem Tag Solidarität mit dem Staat Israel zu zeigen, der seit seiner Gründung von Antisemiten weltweit immer wieder in seiner Existenz in Frage gestellt und bedroht wird.
Wir sind in keiner Form gewillt, einen Tag nach dem Gedenktag für die Reichspogromnacht Antisemiten ungestört ihre Hetze verbreiten zu lassen.
Wir erachten es deshalb ausdrücklich als legitim mit allen Mitteln den Nazis entgegenzutreten. Daher unterstützen wir den Aufruf der Antifa Prag, den Nazi-Aufmarsch zu blockieren.

Gegen jeden Antisemitismus – Überall!
Nichts ist vergessen und niemand!
Kommt am 10.11.2007 nach Prag und stellt Euch den Nazis entgegen!

via http://andmore.blogsport.de